Die Insel Föhr

Wyk

Wyk – für die meisten Besucher das erste Ziel der Inselerkundung – verfügt über den einzigen Hafen auf Föhr. Seine Entwicklung zur Insel-Hauptstadt war damit vorbestimmt. Als es dann im Jahre 1819 erstes Nordseebad Schleswig-Holsteins wurde, ging die Entwicklung hin zum modernen Urlaubsort noch  rasanter weiter.

Geprägt wird das Stadtbild Wyks durch die Kurpromenade, den „Sandwall“ als Hauptgeschäftsstraße, den langen Sandstrand und viele, über den ganzen Ort verteilte Grünanlagen. Sehenswert sind die St.Nikolai-Kirche in Boldixum, einem Vorort von Wyk, allerdings mit eigenständigem Dorfcharakter, der Glockenturm im Zentrum, der 1701 errichtet wurde, das Friesen-museum am Rebbelstieg, das Nationalparkzentrum Föhr und nicht zuletzt der Hafen mit seinem Fähranleger.

Ein Besuch im Meerwasserwellenbad darf auch nicht fehlen. 

Nieblum

Nieblum ist das größte der Inseldörfer und, nach Meinung vieler, auch das schönste. Der historische Ortskern ist gut erhalten und wird geprägt durch seine reetgedeckten Friesenhäuser und die kopfsteingepflasterten Straßen.

Besonders bemerkenswert ist die prachtvolle Allee, die den Ort durchzieht und die das Werk des Schmiedes Broder Hanne (19. Jahrh.) ist. Für einen ersten Rundgang empfehlen sich die romantischen Gässchen und Straßen rechts und links der Hauptstraße (Jens-Jakob-Eschel-Straße/Kertelhein-Allee).

Nieblum war Heimat vieler berühmter Kapitäne und Seefahrer. Davon zeugen die lesenswerten Inschriften der Grabsteine auf dem Friedhof der St. Johanniskirche und die schönen Kapitänshäuser im Ort. Nördlich des Ortskerns steht die St. Johannis-Kirche, genannt der „Friesendom“, die größte Dorfkirche Schleswig-Holsteins. Der wuchtige kreuzförmige Backsteinbau wurde im 12. Jahrhundert im romanischen Stil gebaut, der Turm enthält zusätzlich gotische Elemente. Bemerkenswert ist, dass dieses Gotteshaus und die Kirchen in Keitum auf Sylt, in Tating auf der Halbinsel Eiderstedt sowie auf Pellworm geografisch auf einer Linie liegen. Der Grund dafür soll sein, dass alle vier Kirchen zur gleichen Zeit von einem Baumeister geplant und gebaut wurden und die Kirchen jeweils einen Tagesritt voneinander entfernt liegen. Der breite, kilometerlange Strand mit seinem feinen Sand ist in ca. zwanzig Minuten vom Schullandheim zu erreichen. Bei Flut lädt das Meer zum Baden ein und bei Ebbe können Sie entlang des Strandes auf dem Meeresboden spazieren gehen.

Der im 19. Jahrhundert aufkommende Fremdenverkehr hat – wie überall – auch den Ort Nieblum verändert und dies besonders in den letzten Jahren. Landwirtschaftliche Betriebe wurden ausgesiedelt oder zu Ferienwohnungen und Gaststätten umgebaut. So gibt es heute ein breites Angebot an Restaurants, Café’s und Ladengeschäften.

 Die Inseldörfer

Alkersum liegt im Herzen der Insel und ist mit mehreren Reitställen ein Paradies für Reiterfreunde. Sehenswert ist der schöne Dorfplatz.

Borgsum, im Südwesten der Insel, liegt inmitten der Marsch. Sehenswert ist ganz in der Nähe die Lembecksburg, ein grüner Ringwall aus der Wikingerzeit. Sie ist ein ideales Wanderziel.

Dunsum am Westrand der Insel ist ein kleiner, ruhiger Ort mit freiem Blick nach Amrum und Sylt. Die schöne Aussichtsstelle ist nur zwei Kilometer vom Ort entfernt.

Goting, ein Ortsteil von Nieblum, hat seinen eigenständigen Dorfcharakter bewahrt. Sehenswert ist Goting-Kliff, eine Abbruchkante, die Aufschluss über die Geologie der Föhringer Geest gibt.

Midlum, im Zentrum der Insel, präsentiert besonders den Charme eines Friesendorfes.

Oevenum, am Rande der Marsch, liegt nur einen Katzensprung von Wyk entfernt und lädt zu seinem wöchentlichen Markt – jeden Donnerstag – ein.

Oldsum, im Nordosten der Insel, ist von weitem zu erkennen an seiner wunderschönen Mühle. In den engen kopfsteingepflasterten Gassen hört man die friesische Sprache.

Süderende mit seiner sehenswerten Dorfkirche St. Laurentii und seinem Friedhof, der auf seinen Grabsteinen ganze Familiengeschichten erzählt, ist darüber hinaus wegen seines Tennis-Zentrums am Ortsrand ein beliebtes Ziel.

Utersum liegt am Westrand von Föhr und begeistert seine Gäste immer wieder durch den glutroten Sonnenuntergang über Sylt. Dieses Nordseebad verfügt über ein Kurmittelhaus.

Witsum ist der kleinste Ort auf Föhr und liegt eingebettet von Wald und Wiesen zwischen Goting und Utersum. Sehenswert ist sein einzigartiges Salzwiesen-Biotop.

Sehenswürdigkeiten, die Sie nicht versäumen sollten

Friesen-Museum in Wyk

Dieses Museum bietet einen umfassenden Überblick über Geschichte und Landeskunde der Insel und Frieslands allgemein. Die Reichhaltigkeit der Exponate und ihre Aussagekraft sind erstaunlich. Bitte planen Sie ruhig zwei Stunden für den Besuch ein.

Goting-Kliff

Diese Abbruchstelle am Ufer bei Goting ist geologisch hochinteressant, auch wenn der „Blanke Hans“ hier schon viel eingeebnet hat.

„Friesendom“ St. Johanniskirche in Nieblum

Diese größte Dorfkirche Nordfrieslands, benannt nach Johannes dem Täufer, ist nicht nur wegen ihres Baustils sehenswert, sondern birgt auch viele interessante Kunstschätze. Nehmen Sie sich auch Zeit für den Friedhof!

St. Laurentii-Kirche in Süderende

Diese Insel-Kirche besticht durch ihre Schlichtheit. Sehenswert sind auch die mittelalterlichen Deckenmalereien und der Friedhof mit vielen alten und typisch friesischen Grabsteinen.

St. Nikolai-Kirche in Boldixum

Schon vor der Eingemeindung von Boldixum war die St. Nickolai auch die Kirche der Bürger von Wyk. Zu beachten sind die reichen Kunstschätze und das auffallende Gestühl. Interessant ist auch, das Wyk einen zusätzlichen Glockenturm im Zentrum baute, da bei ungünstigen Windverhältnissen das Geläut der Glocken dieser etwas außerhalb gelegenen Kirche dort nicht zu hören war, wurde früher doch nicht nur zum Gottesdienst geläutet, sondern auch bei Feuer, herannahenden Unwettern und Schiffbruch.

Lembecksburg bei Borgsum

Als Fluchtburg zum Schutz vor Wikingerüberfällen ist oder besser war dieser Ringwall zehn Meter hoch und hat einen Durchmesser von 95 m. Sie soll nach dem Ritter Klaus Lembeck benannt worden sein, der allerdings nie auf Föhr weilte.

Vogelkoje in Boldixum

Vogelkojen dienten im alten Friesland als Mittel zum Vogelfang. Täglich außer montags ist Besichtigung mit Erklärung dieser alten Fangmethode.

 

Wattwanderungen

Neben der bekannten Wattwanderung nach Amrum, die allerdings nicht ganz unbeschwerlich ist, bietet die „Schutzstation Wattenmeer“ geführte Lehr- und Lernwanderungen an, die Sie nicht versäumen sollten. Telefonnummer für Information und Anmeldung finden Sie im Schullandheim.

Salzwiesen

Zwischen Goting und Hedehusum sowie am Oldsumer Deich bieten die Salzwiesen als Naturschutzgebiet ein Refugium für eine reiche Vogelwelt.

Rathaus in Wyk

Im 2. Stock des Hauses finden Sie eine Ausstellung zum „Naturpark Wattenmeer“ in Bildern, Modellen und Filmen. Besonders bemerkenswert ist ein vorzügliches Modell über die Gezeitenverhältnisse an der Nordseeküste. Informationen über Öffnungszeiten erhalten Sie im Schullandheim.

Strandwanderung

Der Weg am Strand entlang von Nieblum nach Wyk ist ein absolutes „Muss“, können Sie hier doch die typische Fauna und Flora des Wattenmeeres handgreiflich erleben.

 

 

 

Geschichte

Föhr ist seit mehr als 7.000 Jahren besiedelt. Die Geschichte der Insel unterscheidet sich deutlich von der das Festlandes. Der Einfluss der Wikinger ist hier besonders spürbar, so beispielsweise durch die Hünengräber im Westen der Insel, den Ringwall bei Borgsum oder den Ortsnamen Goting.

Die Christianisierung erfolgte um 1100 und fand sehr früh ihren Höhepunkt(um 1150) in den drei großartigen romanischen Inselkirchen St. Johannis (Nieblum), St. Nikolai (Boldixum-Wyk) und St. Laurentii (Süderende). Nicht nur die Kirchen lohnen einen Besuch, sondern auch die Friedhöfe mit ihren Jahrhunderte alten Grabsteinen.

Von ca. 1600 bis 1830 wurde die Insel von der Walfängerzeit bestimmt. Vom Petritag (21.2.) bis Michaelis im Oktober fuhren die Männer der Insel auf holländischen, englischen und dänischen Schiffen (Schleswig-Holstein stand bis 1864 unter dänischer Verwaltung) nach Grönland und Spitzbergen zum Walfang. Die „Insulaner“ galten zu allen Zeiten als vorzügliche Seeleute, die oft die wichtigsten Positionen an Bord – als Kapitäne oder Harpuniere – innehatten.

Die Periode der Walfängerzeit brachte der Inselbevölkerung einen bescheidenen Reichtum und damit auch den Inselkirchen eine vergleichsweise üppige Ausstattung. Der Niedergang des Walfangs wegen Ausrottung der Tiere in den angestammten Fanggebieten zwang die Insulaner, sich anders zu orientieren. Es folgte die Zeit der Auswanderung, speziell nach Amerika. So bekennen sich heute noch ca. 28.000 New Yorker und 10.000 Einwohner Chikagos als Friesen aus Föhr oder Amrum und pflegen dort ihr Brauchtum. Rückwanderer, die es in der neuen Welt zu einigem Reichtum gebracht hatten, setzten um die Jahrhundertwende1800/1900 mit ihren Hausbauten auch auf Föhr neue Akzente.

Die letzte und noch anhaltende Periode ist die des Fremdenverkehrs, wobei Föhr allerdings im Unterschied zu Sylt und Amrum insofern eine Sonderrolle spielt, als sich hier eine vielfältige Landwirtschaft entwickelte und auch hielt.

Geografie

Die Insel Föhr liegt inmitten des Nationalparks Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer.

Die Insel besteht in ihrer Landschaftsform zu 3/5 aus Marsch und zu 2/5 aus Geest.

Die Marsch kennzeichnet besonders Meeresablagerung aus der Zeit bis 1492. In diesem Jahr wurde deren Eindeichung vollendet. Ihr landwirtschaftlicher Nutzwert ist ausreichend.

Die Geest besteht aus einem 200.000 Jahre altem Lehm- und Sandkern mit geringem landwirtschaftlichem Nutzwert. Die vielen Dünen – heute mit Strandhafer bepflanzt – weisen auf das Wechselspiel zwischen den amphibischen Watten und den eingelagerten Sandbänken hin.

Die höchste Erhebung der Insel, der Salwert in der Nähe von Witsum, beträgt ca 11 m.

Besondere Ökoräume sind nicht nur für den Biologen interessant:

  1. Das Augebiet des einzigen Flusses der Insel bei Hedehusum
  2. Das Salzwiesengebiet vor dem Norddeich
  3. Das Heidegebiet östlich der St. Laurentii-Kirche, die ursprüngliche Vegetation des größten Teils der Geest
  4. Die Nadelwaldparzellen zwischen Nieblum und Wyk
  5. Das Gotingkliff
  6. Das Dorf Witsum, mitten innerhalb alter Dünen gelegen

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